Gedicht des Monats -Januar 2019

Die Schatten lüften lautlos Tuch um Tuch,
das Licht steht auf und ruft in sanften Schritten
das Ausgeruhte wieder zum Versuch,
den Riß durchs Ewige zu kitten.

Foto: Martin Ecker

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Gedicht des Monats -Juni 2017

Ein hübsches Gedichtchen
ist wie ein Lichtchen,
ziert manche Nische
und festliche Tische
und hat ein Gesichtchen,
– dekoriert das Gedankengefüge.
Verse sind Blumenkrüge
im Haushalt der Stunden,
schöne Tage sind wortumwunden.

Foto: Welf Ortbauer

Gedicht des Monats -Mai 2016

Es gibt die Sterne und die Schmetterlinge,
es gibt die Blumen und ein großes Kind,
das immer wieder staunt, wie schön die Dinge
für kleine bunte Augenblicke sind.

Es gibt die Sonne und die Sommerwiesen,
ein abgestreiftes Kleid und blauen Mohn,
die sieben Berge und die roten Riesen,
die losen Takte und den guten Ton.

Das Kind tanzt mit den Bildern und den Spiegeln,
nimmt lachend alle Schatten von der Wand
und schreibt in Großschrift auf die Mauerziegeln:
„Du, Leben, gib mir deine Hand!“

Kind001

Foto: Welf Ortbauer

Gedicht des Monats -Februar 2016

Nacht im Regen, Mond im Löwen,
Morgenland und Abendmeer,
himmelhoch hängen die Möwen,
Kreuz des Südens legt sich quer.
In der Venus steht der Bär.
Leute loben laut die Lieben,
keiner weiß, wovon er spricht,
jemand ruft: gebt acht auf sieben,
weil das Mehr ein Wenig sticht.
Uranus gibt grünes Licht.
Mars im Raben, im Wind Hose,
flattert auf den Boden, lose,
Mut zur Lücke, Eselskrücke,
bin ein grauer Gartengast.
Wenn ich Sterne leicht verrücke
und mir wünsche: hänge Brücke!
Hält sie aller Laster Last?
Schaf im schiefen Tierkreis grast.